Aktuell

Aktuelles Projekt: Breitwiesen-Neukochen – Neubau Papierfabrik Palm

  • Wir setzen uns ein für den Erhalt der ertragreichen Grünflächen auf dem Gelände Breitwiesen-Neukochen (bei Firma Palm).
  • Wir setzen uns ein für die Gewährleistung der Gesundheit der Bürger, sowie die Einhaltung von Regeln, Vorschriften und Gesetzen bei der Bauleitplanung Breitwiesen-Neukochen.
  • Wir setzen uns ein für den Schutz der Natur und Umwelt, sowie artengeschützter Tiere.

Zusammengefasst:

  • Wir stehen für ein schönes und lebenswertes Unterkochen!

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Pressemitteilung vom 31.10.2018

Planung Palm geht in die nächste Runde

Zwischenbilanz der Bürgerinitiative ProUko

Seit der Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt Aalen und der Firma Palm im September gewinnt man als Bürger aufgrund der Äußerungen der lokalen Politiker und der allgemeinen Berichterstattung den Eindruck, als stünde dem Projekt PM-5 nichts mehr im Wege. Dabei wird das Prüfungsverfahren nach der Bundesimmissionsschutzverordnung zur Genehmigung der geplanten Anlagen erst in diesen Tagen eröffnet. Erst am Ende des Verfahrens gibt es für alle Beteiligten Klarheit darüber, ob die Pläne tatsächlich genehmigungsfähig sind.

Die Firma Palm hat sich mit viel Manpower und finanzieller Mehrbelastung den Sorgen und Bedenken der Bürger aus deren Eingaben angenommen, dankenswerter Weise umfangreiche Nachbesserungen vorgenommen und diese mit Vertretern der Bürger offen erörtert und diskutiert. Aber es bleibt dabei, wie es einer der Sachverständigen auf der Informationsveranstaltung treffend formuliert hat: Eine Industrieanlage dieser Größenordnung in unserem kleinen Tal zu errichten, stößt bautechnisch und rechtlich an die Grenzen der Machbarkeit.

Während sich die Lokalpolitiker erleichtert zurücklehnen und z.B. vom durchschlagenen gordischen Knoten seit der Informationsveranstaltung sinnieren, stehen weiterhin Fragen im Raum, die auf der besagten Veranstaltung auch von den Sachverständigen nicht oder nur unzureichend beantwortet werden konnten. Wie wird Unterkochen logistisch den temporären „Einwohnerzuwachs“ durch die Hundertschaften von Arbeitern verkraften – man spricht von mehr als 1000 Arbeitern, die zeitgleich tätig sein sollen, was ca. einem Fünftel der hiesigen Bevölkerung entspricht? Wie soll der Baustellenverkehr verträglich zu- und abgeleitet werden und was ist mit dem Baulärm? Die Sachverständigen und Offiziellen der Stadt verwiesen bei der Bürgerinformationsveranstaltung lediglich auf die gültigen Bauvorschriften. Dies verstehen allerdings viele Bürger in Unterkochen so, dass in dem Industriegebiet Neukochen, nach den allgemeinen Verwaltungsvorschriften zum Schutz gegen Baulärm, bis zu 6 Tage in der Woche und anteilig bis zu 24h der in Deutschland maximal zulässige Baulärm herrschen könnte. Keine schönen Aussichten für eine mindestens zweijährige Bauphase. Die Bürger sollten ein Recht darauf haben, dass die Bauaufsichtsbehörden den Lärm auf ein gesundheitlich erträgliches Maß beschränken und die Baustellenbetreiber sollten dazu angehalten werden, die Abläufe entsprechend zu planen. Dazu, wie es um den Lärmschutz für die Menschen in den angrenzenden Misch- und Wohngebieten bestellt ist, wurde leider bisher von offizieller Seite der Stadt nicht Stellung bezogen. Hier würden sich die Bürger Aufklärung wünschen.

Ebenso stehen noch immer Gutachten aus der Bauleitplanung im Raum, die klar ausweisen, dass in verschiedenen Teilen in Unterkochen rund um das Gebiet der Aalener Straße der Lärm im Prognosefall des Baus der PM 5 weiterhin die gesetzlich geforderten Grenzwerte überschreiten wird, wie es auch heute schon der Fall ist. Ein großer Anteil ist dabei dem Verkehr zuzuordnen. Die Firma Palm hat die ihr zur Verfügung stehende Möglichkeit der Regulierung des Verkehrs durch einen geschickt gewählten Winkel der Ausfahrt genutzt, um dem LKW-Verkehr eine erste Richtung zuzuweisen. Was die LKW-Fahrer ab Erreichen der Industriestraße machen, liegt vollends im Rahmen des Spekulativen, da die Stadt Aalen bisher versäumt hat, den Bürgern ein entsprechendes Konzept zu präsentieren, um die Gefahr einer Mehrbelastung der Aalener Straße durch den sich verdoppelten LKW-Verkehr zu verhindern.

Dr. Wolfgang Palm hat viele Hebel zur Verbesserung des Immissionsschutzes in Bewegung gesetzt und sich mithilfe seiner Architekten dafür eingesetzt, eine im Rahmen der Möglichkeiten ansehnliche und tolerable Industrieanlage zu planen. Nun ist es an der Stadt, ein Lärmschutz- und Verkehrskonzept zu entwickeln. Auch hier möchte sich die Bürgerinitiative einbringen und hat für den 09.11.2018 einen ersten Termin mit Verantwortlichen der Verkehrsplanung vereinbart. Dr. Palm hat vorgelegt – ob sich nun auch die Stadt den Sorgen der Bürger annimmt, bleibt mit Spannung abzuwarten.